Gaming Disorder / Spielsucht

Von der WHO 2019 anerkannte Verhaltensstörung, charakterisiert durch eingeschränkte Kontrolle über das Spielen und fortgesetztes exzessives Spielen trotz negativer Konsequenzen.

Spielpsychologie Stand: 20.08.2026 ICD-11 WHO Pathologie Sucht Gesundheit

Klassifikation

Die WHO nahm Gaming Disorder 2019 in die ICD-11 auf (6C51). Sie ist definiert durch: (1) eingeschränkte Kontrolle über das Spielverhalten, (2) zunehmende Priorisierung von Gaming gegenüber anderen Lebensbereichen, (3) Fortführen trotz negativer Konsequenzen. Die Symptome müssen mindestens 12 Monate bestehen.

Wissenschaftliche Debatte

Die Aufnahme in die ICD-11 ist umstritten. Kritiker (u.a. viele Spielwissenschaftler) monieren:

  • Unzureichende Evidenzbasis für eine eigenständige Diagnose
  • Pathologisierung normaler, intensiver Spielnutzung
  • Stigmatisierungsrisiko für Spieler und Spielkultur
  • Vernachlässigung komorbilder Erkrankungen als eigentliche Ursachen

Prävalenz und Therapie

Schätzungen zur Prävalenz variieren stark (0,3%–1% je nach Kriterien). Kognitive Verhaltenstherapie gilt als vielversprechendster therapeutischer Ansatz.