Klassifikation
Die WHO nahm Gaming Disorder 2019 in die ICD-11 auf (6C51). Sie ist definiert durch: (1) eingeschränkte Kontrolle über das Spielverhalten, (2) zunehmende Priorisierung von Gaming gegenüber anderen Lebensbereichen, (3) Fortführen trotz negativer Konsequenzen. Die Symptome müssen mindestens 12 Monate bestehen.
Wissenschaftliche Debatte
Die Aufnahme in die ICD-11 ist umstritten. Kritiker (u.a. viele Spielwissenschaftler) monieren:
- Unzureichende Evidenzbasis für eine eigenständige Diagnose
- Pathologisierung normaler, intensiver Spielnutzung
- Stigmatisierungsrisiko für Spieler und Spielkultur
- Vernachlässigung komorbilder Erkrankungen als eigentliche Ursachen
Prävalenz und Therapie
Schätzungen zur Prävalenz variieren stark (0,3%–1% je nach Kriterien). Kognitive Verhaltenstherapie gilt als vielversprechendster therapeutischer Ansatz.