Die Deutsche Gesellschaft für Spielwissenschaft e.V. (DGSW) wurde am 28. Juni 2025 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main gegründet – als Antwort auf ein lange bestehendes Desiderat: Deutschland hatte bis dahin keine organisierte, institutionell verankerte Stimme für die Spielwissenschaft.
Die DGSW ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft, Interessenvertretung und Dachorganisation für alle, die Spiel als ernstzunehmenden Forschungsgegenstand, als kulturelle Praxis, als gestalterisches Medium und als gesellschaftlich relevante Technologie begreifen. Sie vereint Forschende, Lehrende, Studierende und Praktizierende aus Hochschulen und Universitäten, Kulturinstitutionen, der Spielebranche und der Zivilgesellschaft.
Dabei verstehen wir Spielwissenschaft bewusst nicht als Teilgebiet einer einzelnen Disziplin, sondern als eigenständiges, interdisziplinäres Feld. Die DGSW verbindet Geistes-, Sozial-, Natur-, Design- und Ingenieurwissenschaften und schafft einen gemeinsamen institutionellen Rahmen für Forschung, Lehre, Entwicklung, Transfer und öffentliche Sichtbarkeit.
Als Dachgesellschaft bietet die DGSW den verschiedenen spielwissenschaftlichen Disziplinen, Fachbereichen, Studiengängen, Laboren, Forschungsgruppen, Projekten und Initiativen eine gemeinsame Struktur. Von der Spielzeugforschung über Game Design, Game Development und Game Studies bis zur Spielpsychologie, Spielpädagogik, Spieltechnologie und KI-Forschung: Alle wissenschaftlichen Perspektiven auf Spiel finden hier ein gemeinsames Dach.
Darüber hinaus nimmt die DGSW eine aktive Rolle als Interessenvertretung wahr. Spielwissenschaft braucht eine hörbare Stimme gegenüber Hochschulen, Bildungspolitik, Kulturförderung, Forschungsfinanzierung, Wirtschaft und gesellschaftlichem Diskurs. Diese Stimme zu sein – national wie international – ist Teil unseres Selbstverständnisses.
Ziel der Gesellschaft ist die Förderung der wissenschaftlichen und künstlerischen Lehre und Forschung rund um das Phänomen Spiel sowie deren Anwendung und transdisziplinären Ausformungen. Im Einzelnen:
Forschungsfelder
Die DGSW deckt ein breites Spektrum spielwissenschaftlicher Forschung ab – von der Kulturwissenschaft bis zur Technologie.
Konzeption, Gestaltung und technische Umsetzung von analogen und digitalen Spielen – von der Idee bis zum fertigen Produkt.
Kulturwissenschaftliche und medienwissenschaftliche Analyse von Spielen, Spielkultur und der Geschichte des Spielens.
Spielerische Elemente in nicht-spielerischen Kontexten – von Bildung über Gesundheit bis hin zu Mobilität und Unternehmenskultur.
Psychologische Wirkmechanismen des Spielens: Motivation, kognitive Prozesse, soziale Dynamiken und Suchtpotenziale.
Pädagogische Potenziale von Spiel- und Lernsystemen – von der frühen Kindheit über die Schule bis zur Hochschule.
Künstliche Intelligenz, immersive Technologien (VR/AR), Game Engines und High-Tech-Produktion in der Spielentwicklung.
Geschichte, kulturelle Bedeutung und gesellschaftliche Funktion von Spielen – analog wie digital.
Spielzeug- und Konstruktionsspielforschung: Design, Funktion und Bedeutung physischer Spielobjekte.
Narrative Spielformen, Rollenspiele (LARP, Pen & Paper, digitale RPGs) und interaktives Storytelling.
Soziale Interaktion, Gemeinschaftsbildung und gesellschaftliche Einflüsse durch Spielkulturen.
Die DGSW steht allen Lehrenden und Forschenden aus dem Bereich der Spielwissenschaft offen. Fördermitgliedschaften ermöglichen auch Interessierten ohne wissenschaftlichen Hintergrund, die Arbeit der Gesellschaft zu unterstützen.
Mitglied werden Beitragsordnung